Why should I?
Rettungsschirm - für wen wirklich? Veruntreuung von Steuergeldern?

Kommentar zum von Cicero ONLINE MAGAZIN FÜR POLITISCHE KULTUR am 28.09.2011 veröffentlichten Interview mit Dirk Müller

Betr. “Steuerbetrug” kann man in guten Treuen fragen, wer denn zuerst damit angefangen habe : Die Politik gegenüber den gutgläubigen Steuerzahlern oder Einzelne, die sich das Ihnen von der Politik Zugemutete durchschaut haben und sich nicht mehr bieten lassen woll(t)en.

Zu einzelnen Themen des Interviews mit “Mr. DAX”:

D. Müller :”Die Währungsunion hat, so wie sie jetzt ist, keine Zukunft.” :
Das gilt langfristig für das ganze, gegenwärtig chaotische globale “Währungs-System”. Von “Währung” kann, wo nichts mehr währen kann, keine Rede mehr sein. Was Geld, Währungen und Weltwirtschaft angeht, geraten “wir” in eine einem schwierigen Neubeginn von Grund auf vorausgehende Auflösungsphase nie da gewesener Art und Ausdehnung.

D. Müller:”Das heißt doch im Grunde nichts anderes, als dass die Politik keinen besseren Weg findet, als die Schulden und damit die Probleme der Staaten per Druckerpresse zu beseitigen” :
Politik ist ihrer Natur, Aufgabe und Fähigkeit gemäss, Macht zu erzeugen und zu handhaben, unabhängig vom Politischen System und von der Staatsform, worin sie eingebettet und in höchstem Grade dafür anfällig, dazu missbraucht zu werden, Dinge durch Gewaltandrohung und -ausübung zu erhalten und zu erlangen, ohne dafür zu bezahlen.

Das ist und bleibt letztendlich
DAS GROSSE FASZINOSUM ALLER MACHT SCHLECHTHIN :
NICHT DAFÜR BEZAHLEN ZU MÜSSEN, WAS MAN MIT IHR UND DURCH SIE ERLANGT.

Alles weitere Drum und Dran ist ein kunstreiches System von Euphemismen und Rechtfertigungen für jedes Streben nach Macht, ob nun von Einzelnen oder von sich wie auch immer plausibel machenden Gruppierungen.

Die bildliche Vorstellung, es werde “Geld gedruckt” (Inflation) ist eigentlich nicht mehr angemessen.
“Geld wird gesprochen” (Fiat Pecunia!) und das ist genauso, ja noch “ausgesprochener” (sic!) ein Macht- bzw. Willkürakt als das bisher immer noch wenigstens höflichkeitshalber verschämte Drucken von Geldnoten.

Es wird eine Plausibilität - ein Glaube an etwas, das allgemein als wünschenswert erscheint - erfunden und in Macht bestätigenden Zeremoniellen ausgespochen und “Geld”, an dessen Vorhandensein wider besseres Wissen geglaubt wird, weil das so hoffnungsfroh macht, durch Buchungen “zum Fliessen” gebracht.

Weiter geschieht Nichts wirklich und deshalb kann man das “Geld sprechen” wieder und wieder wiederholen, ohne dass das damit angeblich Angestrebte geschehen kann, weil dieses weder geplant noch vorbereitet ist und keine wirklich befähigten und willigen Zuständigkeiten dafür geschaffen sind. Die Kontrolle darüber, was mit dem Gesprochenen wirklich bewirkt wird, ist eine formell buchhlterisch quantitative, ohne Interesse für die wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Dynamiken bzw. Blockaden, die es schafft.

Für eine Fiskalunion wäre Europa damals politisch nicht reif gewesen. Es wäre es heute noch weniger. Zu unterschiedlich sind die Auffassungen von Staat, Autorität, Gesellschaft, Individualität usf.

Eine doktrinäre Vereinheitlichung von Konsumeinstellungen und die Zentralisierung ihrer Steuerungen durch Massenangebote und -veranstaltungen vermag die Gräben zwischen nationalen und regionalen Identitätsbedürfnissen und -sentimentalitäten nicht oder nur notdürftig zu überkleistern.

Die Steuerstreitigkeiten jüngerer Zeit zeigen das deutlich auf. Sie hängen, enger als das von präsidial geführten Regierungsapparaten und ihren Exponenten eingestanden wird, mit in der Bevölkerung tief verinnerlichten Vorstellungen von Demokratie zusammen, die auch den individuellen Vorbehalt und das individuelle Misstrauen gegen den Souverän als Recht zum Widerstand begreift, zusammen.

P.S. : Dieser Kommentar ist z.Zt. seiner Veröffentlichung hier von der Website-Administration von Cicero ONLINE noch nicht geprüft und publiziert worden.

  1. petrosoakedsins posted this