Er hat sich zu vollständiger Offenlegung seines privaten finanziellen Gebarens zur Beurteilung von dessen Verträglichkeit mit seiner Amtsführung durch die rechtlich damit Beauftragten und dazu Befugten bereit erklärt.
Er hat Fehler zugegeben und erklärt, diese keinesfalls wiederholen zu wollen und glaubwürdig Massnahmen und Anordnungen in Aussicht gestellt, sich selbst und seine Nachfolger an der Wiederholung solcher Fehler zu hindern.
Er hat getan, was man von einem Ehrenmann in seiner Stellung erwarten darf und muss.
Das Alles reicht aber gewissen Moralisten nicht und sie nehmen mit einer unverfrorenen Selbstverständlichkeit völlig unbegründet an, selber, ohne auch nur einen Hauch von vergleichbarem Leistungsausweis oder von echter eigener Charakterstärke nachzuweisen, in vergleichbarer wie der gegebenen Situation absolut fehler- und einwandfrei zu handeln.
Sie beanspruchen mit selbst höchste moralische un ethische Instanz überbietendem Eifer die Unschuldsvermutung für sich selbst, die sie, über die Mängel ihrer - politisch oder mit klingender Münze belohnten - Anklägerrolle grosszügig hinwegsehend, dem von Ihnen selbstherrlich und unter Verweigerung jeden rechtlichen Gehörs “Angeklagten” verweigern.
Sie meinen, weil sie Journalisten, Moralisten oder notorische Gegner von gesellschaftlichen Verhältnissen seien, von denen sie, wie sie behaupten, nur gezwungenermassen und völlig unschuldig mitprofitieren, aber halt nicht genug, um sich damit zu versöhnen, zur Inquisition berechtigt zu sein und Regeln des Anstands und des Rechts nicht befolgen zu müssen, weil sie ohne dies im Recht seien und eine “heilige Pflicht” erfüllten.
Viele dieser Art von Kleinmütigen, die bei anderen Gelegenheiten Andere ebenso selbstgerecht des Populismus bezichtigen, suhlen sich nun, wenn auch in gediegen gestilter Ausdrucksweise, im Genuss, gefahrlos auf einen von ihnen quasi vogelfrei Erklärten einzuprügeln und Teil der Meute der Gerechten zu sein.
Jedes Stocken seiner Stimme, jeder Schweisstropfen auf seiner Stirn wird in echt inquisitorischer Art triumphierend als durch Mobbing abgerungenes und erzwungenes Schuldgeständnis genüsslich aufgebauscht, weil es sonst Nichts Hnadfesteres vorzutragen gibt.
Da rügen Viele, die entweder zu faul oder zu dumm sind, das an echter und aussagegkräftiger Information auszuwerten, keine genügende Transparenz erhalten zu haben, mit einer Arroganz die den Mangel an Sinn für Verhältnismässigkeit einerseits, an Respekt vor Gewaltenteilung andererseits blosslegt. Das gerade ist ja die essentielle Eigenschaft jeder Meute und der Feigheit ihrer Angehörigen: Der Glaube, die Zugehörigkeit zu ihr versetze ohne weiteres ins bessere Recht zu Allem gegenüber dem von ihr Ausgegrenzten.
- Keiner der Ethiker und Moralisten, ob diplomiert oder selbst ernannt, stösst sich daran, dass es vielleicht ungerecht od. zumindest unangebracht sein könnte, bereits von Devisengeschäften zu reden, wo es sich eben so gut um vereinzelte Transaktionen handeln könnte.
- Keiner von all den Wichtigtuern, die sonst um grosse Worte um “Menschlichkeit” verlegen sind, der die Frage stellt, ob es in einem Führungssystem Verantwortungen geben darf, die jeden normalen Menschen überfordern und ob es, falls ja, zulässig sein, den an solcher Überforderung Scheiternden und dabei Erwischten der mentalen Lynchjustiz der Medien und politischen Marodeure zu überlassen.
- Keine Frau, die sonst überzeugt für die Befreiung aus männlicher Vormundschaft eintritt, die die Frage stellt, inwieweit eigentlich eine Gattin als eigenständiges Wirtschaftssubjekt sich ihrem Ehemann auferlegte Beschränkungen zu unterwerfen habe, ohne selber mitreden zu können.
- Die Liste liesse sich endlos fortsetzen.
Die Liste in jüngerer und jüngster Zeit im Kolosseum der Medien zur Ergötzung der Berufsfrustrierer und -frustrierten zur Strecke Gebrachter verlängert sich zusehens und beschleunigt:
Borer, Nef, Kachelmann beinah, ja sogar in gewissem Masse auch Berlusconi, Guttenberg, DSK, Grübel und nun Hildebrand.Weitere werden bestimmt folgen.
Allen ist auffallend gemeinsam, dass sie aussergewöhnlich fähig und tüchtig waren und sind, dass aber ein Verhalten in ihrem eigentlichen Privatbereich den neuen, als Medien getarnten Geheim- und Propagandadiensten in privatem Auftrag und deren als Agenten (Medienagentur) eingesetzte Journalisten zum Vorwand dient, Vertrauen in hochgestellte Führungspositionen zu unterwühlen.
Dass derartige Agitation überhaupt möglich geworden ist, deutet ganz gewiss auch auf ein Bedürfnis der Massen - als Nachfolger einer zerbröselnden Gesellschaft - nach Erkennbarkeit und Durchschaubarkeit dessen, wofür sie sich in Hierarchien und Arbeitsprozesse ein- und unterordnen, sich schikanieren und gar erniedrigen lassen und wofür sie auch noch steigende Preise, Gebühren und Steuern zahlen, hin. Das rechtfertigt aber nicht, dieses Bedürfnis mit Schauprozessen und steinzeitlich matriarchal anmutenden Königsopfern zu befriedigen. Diejenigen, die auf diese Art und Weise ihr Dasein bestreiten, sind Totengräber nicht nur der Demokratie sondern menschlicher Kultur an sich.
Das politisch motivierte Mobbing gegen Hildebrand verschafft der Volkswut gegen die Spitzenprivatbanker und gegen die Bonibezüger, denen man nicht beikommt, einen Prügelknaben durch Aufbauschen eines eigentlichen Bagatellfalles zum ethisch-moralischen Supergau. Die Kräfte, die hinter dieser Aufbauschung und Inszenierung stehen sind offfensichtlich populistisch und gar demagogisch. Sie fordern vordergründig Transparenz, präparieren aber ein Opfer zur Besänftigung der von ihnen selber absichtlich aufgestachelten Volkswut.
Und wiederum ist bei aller ätzenden und vernichtend sein möchtenden (aber ja doch nicht könnenden) Kritik am Pöbel ein Funke Gutes darin enthalten, dass sich eine noch ungestalte Kraft zu melden beginnt, die nicht länger Alles, was technokratische, theoretisch abstrakt, auf Statistiken gründende und durch Buchhaltungen legitimierte Führung als unerlässlich behauptet, anordnet, ausführt, hinzunehmen und, mangels besseren Wissens für die Führenden immer unberechenbarer zu reagieren beginnt. Das kann angesichts der zunehmenden Arroganz schwächelnder Grossmächte, sich in die Angelegenheiten kleinerer, aber noch besser geordneter Staaten durchaus auch ein notwendiges Signal an die Grössenwahnsinnigen sein, womit sie zu rechnen haben werden, falls sie ihre Macht überschätzen sollten.
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